Hallo

Nun willst Du also was über mich erfahren ?

Weiß gar nicht so genau was ich jetzt schreiben soll, so ein besonderer Typ bin ich eigentlich gar nicht als das man über mich Seiten füllen könnte ? Oder vielleicht doch ?

Vielleicht fang ich mal mit so ein paar technischen Daten von mir an :

Baujahr : 1971
Bauhöhe : ca. 1,85
Leergewicht : 64 kg
Weitere Eigenschaften der Serienausstattung :
- freundlich
- hilfsbereit
- tolerant
- engagiert
- kontaktfreudig

Wenn sie noch mehr fragen zu diesem Modell haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Optional ist das Model auch noch als Freund zu erhalten.

Wer dieses Model lange und gut pflegt wird sicherlich viel Spaß mit ihm haben.

Doch nun vielleicht etwas zu meiner Entwicklungsgeschichte, die sicherlich nicht so abgelaufen ist wie ich sie mir als Junge vorgestellt hatte.

Also ich wurde 1971 in einem Krankenhaus geboren, bis darauf das ich etwas zu früh kam lief noch alles seine geregelten Wege. In der Schule war ich immer einer der ruhigsten Vertreter. Wofür sollte ich mich auch melden ? Es gab ja genug andere die unbedingt im Mittelpunkt stehen wollten, da brauchte es mich nicht auch noch. So brachte ich meine Grundschulzeit hinter mich und wechselte auf die Realschule. Auch hier blieb ich der schüchterne, ruhige Junge der sicher nie jemandem aufgefallen wäre wenn es da nicht ein paar Leute gegeben hätte die sich nicht an gleichstarke herantrauten und deswegen mich sehr gerne aufs Korn nahmen. Doch auch das war ja alles normal.

Irgendwann mit 12 oder 13 merkte ich dann aber langsam das irgend etwas nicht stimmte. Ich konnte es nicht definieren aber ich wurde dieses Gefühl nicht los. Ich zog mich noch weiter in mich zurück. In meiner Klasse gab es ein paar Mädchen die es mir irgendwie angetan hatten, aber auch hier kam mir alles so komisch vor. Ich war mir nicht sicher was ich eigentlich wirklich wollte und ansprechen ? Ich ? Um Gottes willen nie.

Eines Tages, ich muß so ungefähr 14 gewesen sein saß ich bei einem Kumpel im Zimmer und er holte unter seiner Matratze ein paar Pornobilder hervor. Eines zeigte im Großformat das Geschlechtsorgan der Frau und anstatt interessiert mich mit meinen Augen in dieses Bild zu vertiefen durchfuhr mich eher das Gefühl des Ekels. Das war es wo alle Männer so geil drauf waren ? So langsam wurde mir klar was mit mir los war. Mit einem Schlag stellte ich fest das ich meinen Kumpel viel interessanter fand als dieses Bild. Ich war schockiert.

Ich schwul ? Das konnte nicht sein, nein das durfte nicht sein. Ich wollte nicht so einer sein über den in unserer Schule jeder seine Witze machte. Ich war verzweifelt. Es war mir vollkommen klar das dies nie jemand erfahren durfte. Ich hoffte das alles nur eine Phase sei, schliesslich ist das ja so bei pupertierenden Jungs und das es sicherlich vorrüber gehen würde. Von Akzeptanz konnte nicht die rede sein, ich flüchtete mich nur von einer Hoffnung in die andere.

Doch es war keine Phase. Das wurde mir schmerzlich von Monat zu Monat klarer je länger meine Phase dauerte. Inzwischen war ich 16 und so langsam ahnte ich das ich wirklich zu diesen "perversen, abartigen" (weitere Schimpfworte will ich jetzt nicht sagen) gehörte. Es war eine Phase der tiefsten Verzweiflung, aber ein wichtiger Schritt in meinem Leben. Das ist mir zumindest heute klar. So langsam akzeptierte ich für mich das ich halt schwul bin, gleichzeitig aber gekoppelt mit der Bedingung das es nie jemand erfahren dürfte.

Und so begann mein Doppelleben. Tagsüber war ich der schüchterne Andreas, und abends in meinem Zimmer der schwule Andreas der nicht wusste wie es in seinem Leben weitergehen sollte. Ich wurde zu einem Schauspieler, der zwei Rollen in einem Stück zu spielen hat. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche verbesserte ich meine schauspielerischen Fähigkeiten. Während andere am Wochenende abends auf Partys gingen blieb ich zu Hause und versuchte so allen Problemen aus dem Weg zu gehen. Bis zu dem Tag als mein bester Freund von einem Tag auf den anderen wieder auftauchte.

Er war viele Jahre nicht da gewesen und nun war er wieder da. Ich begann mich durch ihn zu verändern. Eigentlich war er das krasse Gegenteil von mir. Ich schüchtern und zurückhaltend und er war jemand der gerne und oft im Mittelpunkt stand. Er riss mich irgendwie raus. Er nahm mich mit wenn er abends loszog. Damals war ich ungefähr 18 Jahre alt und machte dann auch meine ersten Erfahrungen mit Alkohol. :)

Der Alkohol wars auch "schuld" das ich einen ganz wichtigen Schritt in meinem Leben tat. Ich trat in einen Verein ein. Die Lockerheit wie die Mitglieder dort miteinander umgingen tat mir sehr gut und ich lernte aus meiner Schüchternheit herauszukommen. Langsam taute der Eisblock in mir auf und ich wurde neugieriger, erlebnisshungriger und lockerer.

Und dann passierte etwas was ich nicht verstehen konnte. Ich verliebte mich .. in ein Mädchen. Was war denn nun los ? Aber mit der Zeit stellte ich fest das ich zwar ihre Nähe genoss, ihre Berührungen wenn sie neben mir saß oder sich über meine Beine legte aber das ich sie weniger körperlich begeehrte sondern viel mehr als "normale" Freundinn. Leider brach der Kontakt irgendwann ab.

An diesem Punkt wurde mir klar das sich etwas ändern musste. Ich musste raus aus meinem Schneckenhaus wenn ich nicht vor lauter Einsamkeit eingehen wollte. Aber das war gar nicht so einfach nach all den Jahren.

Obwohl ich inzwischen den festen Willen getroffen hatte mich endlich so zu zeigen wie ich wirklich war, schaffte ich nie die Hürde es endlich mal jemandem zu sagen. Bis zu einem lauen Sommerabend auf einem Geburtstag.

Dort traf ich einen Freund den ich schon seit seiner Kindheit an kannte. Er war um etliches jünger als ich und wir saßen zusammen und als ich ihn fragte wo denn seine Freundinn sei, erwähnte er so ganz nebenbei das er das Ufer gewechselt habe. Ich war schockiert und erfreut gleichzeitig. Der erste Schwule denn ich kennenlernte.

Doch es sollte noch fast ein halbes Jahr dauern bis ich selbst den Mut fand um es ihm zu sagen. Es war der 17.November 2000 als ich es ihm so ganz nebenbei sagte. Ich traute mich kaum ihn anzuschauen, nur aus dem Augenwinkel konnte ich sehen wie ihm der Unterkiefer herunterklappte. ;)

Endlich war es heraus. Wir sassen noch stunden zusammen bei ihm im Keller und redeten, redeten und redeten. Es tat so unwahrscheinlich gut. Jahrelang angestauter Frust und Sorgen konnte ich loswerden. Es war als wenn einem ein Stein von den Schultern genommen wird, ein großer Stein.

Wieder zu Hause schlief ich stolz und glücklich ein. Seit langem einmal.

Von da an nahm das "Unheil" seinen Lauf. Aus dem einen wurden viele wissende und es entstanden viele neue Freundschaften und alte Freundschaften wurden intensiviert. Ich bereue es mit keinem Schritt ich ärger mich nur darüber das ich es nicht viel ... viel viel früher gemacht habe.

Im Juni 2001 lernte ich dann meinen ersten Freund kennen. Oder sagen wir besser .. Florian kämpfte gegen meine Logik und gewann ;). Auch wenn es nur 6 Wochen waren die uns beschieden waren möchte ich weder Florian noch die Zeit missen. Es waren die schönsten 6 Wochen in meinem bisherigen Leben. 

 


   

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